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Auf dem Weg zum Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie

20.05.2019

Zum 1. Januar fiel in der Viszeralchirurgie der Startschuss für ein Hernienzentrum. Die Kliniken nehmen dafür an einer Qualitätssicherungsstudie teil und bieten in Zukunft weitere neue minimalinvasive Operationstechniken zur Hernientherapie an.

Die Hernienchirurgie baut der leitende Oberarzt der Viszeralchirurgie, Christian Plesnar, gemeinsam mit seinem Team an beiden Klinikstandorten zum Schwerpunkt aus. Er bringt hierzu seine große Expertise in der chirurgischen Hernientherapie und im speziellen dynamischen Ultraschall bei Hernienbefunden aus seinen vorhergehenden beruflichen Stationen ein.

Vergleichszahlen aus der Online-Datenbank

„Das Potenzial für die Weiterentwicklung zum Schwerpunkt ist da. Der Weg dorthin ist allerdings nicht ganz leicht“, sagt Christian Plesnar. Im ersten Schritt müssen die Kliniken alle ihre Hernienfälle an Herniamed, eine bundesweite Online-Datenbank der Deutschen Herniengesellschaft, melden. „Als Teilnehmer können wir dann Langzeitverläufe überwachen und unsere Patientendaten mit bundesweiten Fallzahlen und Ergebnissen vergleichen.“  

70 Fälle hat das viszeralchirurgische Team seit Start des Hernienzentrums bereits eingegeben. Erfasst wurden dabei Daten über die Lokalisation, Art und Größe der Hernie sowie die Beschwerden, die sie dem Patienten verursacht hat. Dokumentiert wird außerdem die gewählte OP-Technik und das verwendete Material. Alle Fälle, die 2019 eingegeben wurden, werden 2020, 2024 und 2029 also nach 1, 5 und 10 Jahren, noch einmal zum Verlauf ihrer Hernienerkrankung befragt.

„Diese Abfrage bedeutet viel Aufwand. Wir haben aber auch viel davon“, sagt Christian Plesnar. „Die Datenbank unterstützt uns dabei, die Patienten bestmöglich zu versorgen. Wir können sowohl aus den dokumentierten Heilungsverläufen als auch aus den Vergleichswerten aus der Datenbank lernen.“ Für eine noch bessere Patientenversorgung schöpft das Team auch die technischen Entwicklungen des Fachbereichs aus. „Wir werden innerhalb des Hernienzentrums neuere und neueste OP-Techniken der letzten 3 bis 5 Jahre anbieten“, sagt Christian Plesnar.

Neue OP-Methoden für die Hernientherapie

Namentlich soll die MILOS-Technik zum Einsatz kommen. Dabei werden über einen kleinen Zugang direkt über dem Gewebebruch zur Stabilisierung Netze oberhalb des Bauchfells eingebracht. Verklebungen und Verwachsungen mit dem Darm, wie sie bei der Vorgängermethode auftreten konnten, werden damit weitestgehend ausgeschlossen. Eine weitere OP-Technik, die es geben wird, nennt sich e-TEP. „Sie kommt bei Rectusdiastase, insbesondere nach der Schwangerschaft zum Einsatz“, sagt Christian Plesnar. Die Methode ist aus kosmetischer Sicht einem großen Bauchschnitt, der bisher das Mittel der Wahl ist, vorzuziehen. Denn bei der eTEP werden nur 5-6 kleine Schnitte benötigt, um die gesamte Mittellinie netzunterstützt rekonstruieren zu können.   

Maßgeschneiderte Behandlung

Als letzten Baustein für eine optimale Patientenversorgung bietet das Hernienzentrum den sogenannten „tailored approach“, bei dem die Behandlung ganz dem Patienten, seiner Hernienerkrankung und seiner Krankengeschichte angepasst wird. „Behandlungspfad, Narkose und OP-Technik werden entsprechend der europäischen Leitlinien (EHS) ausgewählt. So kann jeder Patient sicher sein, dass er die Optimallösung für seinen speziellen Fall erhält“, sagt Christian Plesnar.

Für Chefärztin Claudia Plesnar stellt das Hernienzentrum einen wichtigen Schritt zum zertifizierten Kompetenzzentrum für Hernienchirurgie (DGAV) dar, den sie als Auftrag im Sinne der Patienten begreift. „Für die vielen von Hernien Betroffenen wollen wir mittelfristig eine Anlaufstation werden, die ihr Problem mit der entsprechenden Erfahrung qualitativ hochwertig behebt.“ 

Infos zum Fachbereich:
http://www.klinik-eichstaett.de/fachbereiche/chirurgie/viszeralchirurgie/