• Klinik Kösching Außenansicht
  • Katheterlabor
  • Anästhesist im OP
  • Röntgenassistentin vor Röntgenanlage
  • Kardiologe im Katheterlabor

„Es wird in bewährter Weise weitergehen“

23.01.2018

Ursula Caissier hat bereits ihre Facharztweiterbildung zur Internistin in der Klinik Kösching absolviert. Jetzt kehrt sie nach 7 Jahren Abwesenheit als Chefärztin zurück. Sie leitet die Medizinische Klinik I für Gastroenterologie, Diabetologie und Onkologie. Eine Neuerung wird sie gleich einführen: das „Bier danach“.

Frau Caissier, haben Sie sich schon wieder eingelebt?

Ursula Caissier: Ja. Nach 3 Tagen hatte ich schon das Gefühl, ich wäre nie weg gewesen oder hätte allerhöchstens einen längeren Urlaub gehabt. Viele Mitstreiter von damals sind auch heute noch in der Klinik. Was ich noch nicht gesehen hatte, waren die baulichen Veränderungen: die neue Intensivstation, das Katetherlabor, den neuen Entbindungsbereich. Das ist sehr schön geworden.

Wie ist Ihr Berufsweg in den 7 Jahren, die sie weg waren, verlaufen?

Ich bin von der Klinik Kösching an die Goldbergklinik in Kelheim gegangen. Dort war ich in der Medizinischen Klinik für Innere Medizin als Oberärztin tätig, habe die Diabetologie geleitet und war zuletzt leitende Oberärztin. Zwischendurch war ich 6 Monate am Uniklinikum Regensburg. Seit 2014 besitze ich die Schwerpunktbezeichnung Gastroenterologie.

Was hat Sie an der Stelle als Chefärztin in Kösching gereizt?

Freilich haben mich das Aufgabenfeld und die neue Herausforderung gereizt. Darüber hinaus war für mich auch die erneute Zusammenarbeit mit den Leuten hier ausschlaggebend. Viele meiner ehemaligen Kollegen haben mich angespornt, mich um die Stelle als Chefärztin zu bewerben.

Sie sind momentan die einzige weibliche Chefärztin an den Kliniken. Werden Sie eine weibliche Note einbringen?

Ich denke, man kann das nicht auf die Geschlechterrolle reduzieren. Frauen haben vielleicht manchmal mehr soziale Kompetenzen, obwohl man das auch nicht verallgemeinern kann. Für mich persönlich ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Bedeutung. Nicht nur mit den Ärzten unterschiedlicher Disziplinen, sondern auch über alle Berufsgruppen hinweg. Mir ist wichtig, dass alle im gleichen Boot sitzen und durchgängig das gleiche Interesse und Ziel im Auge haben – vom Hausmeister bis zum Chefarzt: jeder ist wichtig.

Sie übernehmen die Leitung der Gastroenterologie, Diabetologie und Onkologie. Welche Pläne haben Sie mit der Abteilung für die Zukunft?

Es gibt bereits sehr gute gewachsene Strukturen, die freilich so weitergeführt und auch ausgebaut werden sollen – in bewährter Weise. Mit unseren Oberärzten sind wir hier sehr gut für die Zukunft aufgestellt. Von einer noch besseren Vernetzung mit den niedergelassenen Haus- und Fachärzten wird letztendlich der Patient profitieren.

Eine Initiative, die wir demnächst hier mit Nordbräu aufgreifen werden, ist die bayernweite Kampagne „Das Bier danach“. Sie erhielt bereits 2015 die Auszeichnung der Felix Burda Stiftung und soll Frauen und Männer mit einem Augenzwinkern zur Vorsorge-Koloskopie motivieren: nach erfolgter Darmspiegelung wird ein alkoholfreies Weizen spendiert. Damit wollen wir die Vorsorge-Koloskopie ins Gespräch und aus der Tabu-Zone holen.

Als Mutter einer Tochter zur Chefärztin zu werden, ist eine Leistung. Wie haben Sie Kind und Karriere miteinander vereinbart?

Meine Tochter ist mittlerweile 29 Jahre alt und braucht somit keine Betreuung mehr. Während des Studiums und der Weiterbildung zur Fachärztin war das natürlich anders. Ich hatte das Glück, dass mein Mann einen Großteil der Betreuung zu Hause übernahm.

Das ist für berufstätige Frauen bei uns weiterhin ein Problem. In anderen Ländern gibt es da häufig mehr Unterstützung. Langsam findet auch ein Umdenken bezüglich starrer Geschlechterrollen statt und auch von staatlicher Seite wird mehr für die Kinderbetreuung unternommen; weiterhin sind es aber die Frauen, die den Hauptteil der Anstrengungen auf sich nehmen, um Beruf und Familie miteinander zu vereinbaren.