• Anästhesist im OP
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  • Kardiologe im Katheterlabor

Wenn der Tod unausweichlich ist

23.04.2018

Beim Gesundheitsgespräch am vergangenen Samstag ging es im Alten Stadttheater um Palliativmedizin. Ärzte und Mitarbeiter der Klinik Eichstätt und des Malteser Hilfsdienstes gaben Einblick in ihre bemerkenswerte Arbeit.

Es war nicht leicht verdaulich, aber sehr eindringlich, was die vier Referenten ihrem Publikum im Alten Stadttheater vorstellten. Dr. Hubert Grienberger, Palliativmediziner und Anästhesist der Klinik Eichstätt, erklärte in seinem Vortrag die Ziele und Strukturen der Palliativmedizin. Die noch junge Fachrichtung kümmert sich nach festgelegten Therapieprinzipien um körperliche, spirituelle und psycho-soziale Probleme von Schwerkranken mit begrenzter Lebenserwartung und deren Angehörige. Die Palliativmedizin verbessere nicht nur die Lebensqualität in der letzten Lebensphase, so Dr. Grienberger. Sondern sie könne – frühzeitig mit einbezogen – das Leben auch verlängern.

Kraft sammeln in Entspannungsübungen

Im zweiten Vortrag machte Richard Nikol, Leiter des Sozialdienstes in der Klinik Eichstätt, seine Vortragsaussage für die Teilnehmer erlebbar. Der Sozialpädagoge setzte zuerst auseinander, dass der Mensch eben nicht nur Leib sei, sondern auch Emotion und Kognition besitze sowie den Wunsch nach Kommunikation. All diese Teile müssten in der Palliativmedizin mit berücksichtigt werden. Kraft für die „seelischen“ Anteile können man beispielsweise aus Autogenem Training und Taijiquan schöpfen, so Nikol. Er zeigte dann anhand einiger Übungen ganz praktisch, wie sie zur Entspannung beitragen.

Jeder stirbt seinen eigenen Tod

Nach einer kurzen Pause stellte Regina Sterz vom Malteser Hilfsdienst vor, was Menschen am Lebensende brauchen. Sie machte klar, dass jeder Mensch ein einzigartiges Leben führt und daher auch im Sterben seine individuellen Bedürfnisse hat. Die ambulante Hospiz- und Palliativberatung  begleite daher jeden Patienten so, wie er es wünsche. Zum Leistungsspektrum gehöre es, körperliche Symptome zu lindern und den Patienten emotional zu unterstützen. Der Palliativbegleiter stünde aber auch als Gegenüber für spirituelle Fragen und als Stütze für die Angehörigen zur Verfügung. Diese litten oft nicht weniger als der Schwerkranke selbst.

Wann künstlich ernähren?

Albrecht Kühnle, Chefarzt der Akutgeriatrie und Palliativmedizin in der Klinik Eichstätt, ging im vierten Vortrag auf Ernährung und Flüssigkeit am Lebensende ein. Er besprach hier vor allem das Für und Wider von künstlicher Ernährung. Kühnle stellte die rechtlichen, medizinischen und ethischen Grundlagen für den Beginn und die Beendigung künstlicher Ernährung vor. Über allem stünde der Wille des Patienten. Kühnle betonte, dass in der Anfangsphase einer schließlich zum Tode führenden Erkrankung auf ausreichende Ernährung geachtet werden müsse. Kurz vor dem Tod mache künstliche Ernährung keinen Sinn mehr. „Sterbende leiden oft gar nicht an Hunger und Durst“, sagte Kühnle, „Da kann Mundpflege mögliche Beschwerden besser lindern als eine Infusion."

Palliativmedizin in der Klinik Eichstätt

Die Klinik Eichstätt hat seit 2014 einen palliativmedizinischen Dienst. Dort können Menschen, deren Lebenszeit aufgrund von Krankheit begrenzt ist, von einem multiprofessionellen Team behandelt werden.