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Abteilung für Alterstraumatologie ist gestartet

22.01.2019

Ein Knochenbruch kann für hochbetagte Menschen oft den Schritt von Selbstständigkeit zu Pflegebedürftigkeit bedeuten. In der Klinik Eichstätt arbeiten Geriatrie und Unfallchirurgie deshalb seit kurzem in der Alterstraumatologie zusammen.

Ein Klinikaufenthalt wegen eines Knochenbruches bedeutet für betagte Menschen oft, dass sich ihr Allgemeinzustand verschlechtert. Der Knochen wächst zusammen. Aber Funktionsverluste und Pflegebedürftigkeit nehmen zu.

Das liegt daran, weil ihr Körper nicht mehr einfach in den Regenerationsmodus schalten kann. Langes Liegen macht jungen Menschen wenig aus. Bei betagten Menschen schwinden sofort die Muskeln, und nur mit Mühe kommen sie wieder auf die Beine. Zusätzliche Vorerkrankungen können zudem Komplikationen auslösen, es kann auch zu Verwirrtheitszuständen kommen, die speziell behandelt werden müssen. Daraus ergibt sich von selbst, dass bei Älteren die Behandlung angepasst werden muss. Auch und vor allem bei Knochenbrüchen. Diese treten ohnehin im Alter häufiger auf als in jungen Jahren. Daher arbeiten die Akutgeriatrie und Unfallchirurgie in einer neuen Abteilung für Alterstraumatologie zusammen.

Eine Option für Patienten ab 70 Jahren

Kommt ein Patient, der über 70 Jahre alt ist, mit einer Fraktur, einem Oberschenkelhalsbruch oder einem Armbruch etwa, in die Klinik, wird ein Screening durchgeführt. Dabei wird ermittelt, ob er bereits gebrechlich ist, ob schon ein Hilfebedarf besteht oder ob Mehrfacherkrankungen vorliegen. So werden die Patienten herausgefiltert, die von einer alterstraumatologischen Behandlung profitieren. Das sind vor allem jene, die vor der Einlieferung in die Klinik trotz Ihres Alters noch selbstständig waren.

Behandlung angepasst an die Bedürfnisse des Alters

Ein Patient, der alterstraumatologisch behandelt wird, erhält eine seinem Alter und seinem Risikoprofil entsprechende Narkose, er bekommt die Schmerzmittel, die er verträgt, und Operationsmethoden, die eine Vollbelastung ab dem ersten Tag ermöglichen. Das ist notwendig, damit kein Muskelabbau durch lange Liegedauern eintritt. Nach dem chirurgischen Eingriff kommt der Patient auf die interdisziplinäre Abteilung für Alterstraumatologie auf Station 4 im 3. Stock der Klinik. Hier erhält er alle Therapieformen, die im Rahmen der Akutgeriatrie angeboten werden können: Physiotherapie und Mobilisation ab dem ersten Tag, Ergotherapie, Logopädie, internistische, neurologische und psychiatrische Betreuung und Pflege. Die im Alter häufigen und prognostisch ungünstigen Ernährungsstörungen und Mangelzustände werden ebenfalls behandelt

Gemeinsame Behandlung zahlt sich aus

„Die Visite führen wir Unfallchirurgen gemeinsam mit den geriatrischen Kollegen durch", sagt Prof. Gregor Voggenreiter, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie. „Wir sehen uns den Heilungsverlauf der Brüche an. Die Geriater bewerten den Allgemeinzustand des Patienten."

Das Zusammenspiel hat große Vorteile: „Durch die geriatrische Therapie, die bei alterstraumatologischen Patienten im Anschluss an die Operation durchgeführt wird, kann der Klinikaufenthalt auf bis zu 15 Tage ausgedehnt werden", sagt Albrecht Kühnle, Chefarzt der Akutgeriatrie. „In diesem Zeitraum gelingt es viel besser als in der Regelverweildauer von 7 Tagen, sie wieder fit für das Leben zu Hause zu machen", ergänzt Prof. Voggenreiter.