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Therapeutisches Klettern neu im Angebot

17.05.2019

Die Physikalische Therapie in der Klinik Eichstätt hat sich einen Traum erfüllt. Sie kann zukünftig einen neuen Leistungsbaustein anbieten: das therapeutische Klettern nach dem Potsdamer Modell. Möglich hat das eine großzügige Spende gemacht.

Therapeutisches Klettern nach dem Potsdamer Modell eignet sich bei sehr vielen Erkrankungen, die eine physiotherapeutische Behandlung notwendig machen. Daher war es schon lange ein Wunsch des Therapeutenteams eine dafür passende Kletterwand zu erhalten. Die bisherige Kletterwand war nicht geeignet, weil sie fest an der Wand verschraubt ist und nicht gekippt werden kann. Gerade das jedoch ist für das Klettern nach dem Potsdamer Modell so wichtig.

So hat sich das Team auf die Suche nach Spendern gemacht und wurde fündig. Der Unternehmer Leo Blank, der in Nürnberg einen GTÜ-Prüfservice betreibt, hatte schon länger den Gedanken, eine gemeinnützige Sache zu unterstützen. Die Möglichkeit, finanzielle Mittel für eine Kletterwand zur Verfügung zu stellen und Menschen damit beim Gesundwerden zu helfen, gefiel ihm. 

Vielseitig und für viele verschiedene Krankheitsbilder

Seit April steht die Kletterwand nun im Gymnastikraum der Physikalischen Therapie in der Klinik Eichstätt. Sie ist 2,5 Meter hoch und 1,25 Meter breit mit verstellbaren Neigungswinkeln und vielen bunten Griffen und Tritten. Diese können frei auf der Kletterwandfläche verteilt werden. So können einfache und schwierige Kletterübungen realisiert werden. Verschiedene Schwierigkeitsgrade können auch durch die Größe der Tritte und Griffe geschaffen werden. Zum Beispiel erlauben große Fußtritte, dass der Übende sehr leicht stehen kann. Bei kleinen Fußtritten findet man dagegen nur mit viel Körperspannung und auf Zehenspitzen Halt. „Durch den Neigungswinkel nach vorne können wir außerdem einen zusätzlichen Schwierigkeitsgrad einbauen", erklärt Vicki Kosmehl. „Von ersten einfachen Übungen an kann man dadurch den Therapieumfang enorm steigern und das für eine Vielfalt an Therapiezielen."

Einige Übungen helfen, den Bewegungsradius der Patienten wieder zu vergrößern. An der Wand können aber auch Übungen zur Dehnung ausgeführt, die Belastbarkeit der Muskeln und Gelenke trainiert oder die Rotationsfähigkeit erhöht werden. „Die Vielfalt der möglichen Übungen ist schier unendlich", freut sich das Team.

Die Physiotherapeuten der Klinik haben deshalb vor, das Medizinprodukt Kletterwand bei vielen Patienten zum Einsatz zu bringen. „Wir setzen die Kletterwand zum Beispiel bei Skoliosepatienten ein, die sonst nur eintönig an der Sprossenwand üben konnten", erzählt Vicki Kosmehl. Auch für Patienten mit Schulter-, Knie-, Fuß- und Beckenbodenproblemen ist die Kletterwand geeignet, um spielerisch und mit Spaß wieder Kraft und Beweglichkeit aufzubauen. „Wir prüfen bei jedem Rezept, ob ein Einsatz der Kletterwand möglich und sinnvoll ist", sagt Kosmehl.