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Belastungen fürs Herz frühzeitig erkennen

08.11.2016

Mit negativen Einflüssen auf die Herzgesundheit setzte sich das Gesundheitsgespräch der Klinik Eichstätt am Samstag, 5. November, vor rund 100 Besuchern im Alten Stadttheater auseinander.

Herzerkrankungen sind in Deutschland Todesursache Nummer 1. Daher informierten die Kliniken auch in diesem Herbst beim Gesundheitsgespräch wieder über das Herz. Dieses Mal standen dabei die Vorerkrankungen im Mittelpunkt, die Herzinfarkt und Co. den Weg bahnen. Eine dieser Vorerkrankungen ist der Bluthochdruck. Dass er keineswegs eine harmlose Anomalie ist, machte Dr. Bernhard Mödl vom Internistischen Zentrum Eichstätt deutlich. Beinah jeder Dritte Deutsche, rund 25 Millionen Menschen insgesamt seien von Bluthochdruck betroffen, sagte Dr. Mödl. Viele davon jedoch ohne es zu wissen. Dies könne gefährlich sein, weil der hohe Blutdruck unbehandelt Augen, Nieren und Gefäße in Mitleidenschaft ziehe und Schlaganfall oder Herzinfarkt begünstige. Daher mahnte Dr. Mödl, ab 40 Jahren mindestens 2 Mal pro Jahr den Blutdruck zu messen. Er zeigte dabei auch, wie eine Messung zu Hause korrekt durchgeführt wird.

Nach ihm ging der Chefarzt der Angiologie an den Kliniken Eichstätt und Kösching, Prof. Alexander Hansen, auf Herzrhythmusstörungen ein. Auch bei ihnen spielt der Bluthochdruck eine wichtige Rolle. Der Bluthochdruck verändere im Laufe der Zeit das Herz strukturell, sagte Prof. Hansen. Es könne beispielsweise zu Wandverdickungen kommen, die dann zu Vorhofflimmern, den „gutartigen“ Rhythmusstörungen, führe. Aber auch für Kammerflimmern, die Rhythmusstörung, die zum plötzlichen Herztod führt, kann Bluthochdruck verantwortlich sein. „Bluthochdruck tut am Anfang nicht weh, aber wenn es weh tut, kann es manchmal schon zu spät sein“, mahnte daher Prof. Hansen, die Erkrankung ernst zu nehmen.

Eine weitere Belastung für die Herzgesundheit, den Diabetes mellitus, stellte dann Svjetlana Peka, Oberärztin an der Klinik Eichstätt, vor. Diabetiker, so Peka, bekämen rund 10 Jahre früher Arteriosklerose, die sogenannte Gefäßverkalkung, und sterben zur Hälfte an einem Herzinfarkt. Daher war ihr Rat, sich möglichst früh durch einen Test beim Hausarzt Klarheit darüber zu verschaffen, ob man an Diabetes leidet. Dies sei besonders wichtig, weil auch diese Erkrankung zunächst keine oder unspezifische Beschwerden mache, aber den Körper schwer und nachhaltig schädigen könne. Behandeln könne man Diabetes mit Tabletten und Insulingaben. Auch Bewegung, so Dr. Peka, sei ein Schlüssel, um selbst etwas zur Besserung beizutragen. Vor allem wirke Bewegung durch Diabetes hervorgerufenen Durchblutungsstörungen entgegen, die zu schweren Komplikationen führen können. Um diese frühzeitig zu erkennen, verwies sie auf regelmäßige Fußpulskontrollen und den Verzicht auf Tabakkonsum.

Den Vormittag beschloss Prof. Helmut Kücherer, der Chefarzt der Kardiologie an den Kliniken Eichstätt und Kösching und Leiter des Gesundheitsgesprächs. Er ging noch einmal auf den Bluthochdruck ein und betonte dessen Mitwirkung bei der Entstehung einer Herzschwäche durch strukturelle Veränderungen am Herzen. Dann veranschaulichte er den Einfluss von Cholesterin auf die Herzgesundheit. Prof. Kücherer nannte 70 mg/dl als optimalen Cholesterinwert. Er zeigte, dass die Ernährung ausschlaggebend für einen guten Wert ist. Vor allem sollte sie reich an ungesättigten Fettsäuren, Vollkornprodukten und Fisch sein. Am Ende zeigte er noch einmal Herzinfarkt, Herzschwäche und Herzmuskelveränderung als die gefährlichsten Endpunkte an, die von Bluthochdruck, Diabetes und Cholesterin verursacht werden. Den 100 Besuchern beim Gesundheitsgespräch riet er, diese Erkrankungen konsequent zu therapieren und ihnen durch einen gesunden Lebensstil entgegenzuwirken.